Conrad Schierenberg

Malerei und Dichtung

A
usstellung mit Mechthild Ehmann, im Mauritius-Hof, Hauptsr.41 (CH) Bad Zurzach -
bis 3. Juli. Finissage + Lesung 16 bis 17 Uhr                    info@galeriemauritiushof.ch
Mi. - Sa. 14 - 17 Uhr.
Do 14 - 19 Uhr
So 11 - 17 Uhr

1 von 16    35 x 40  

2 von 16    50 x 60 cm
3 von 16     35 x 40 cm

4 von 16   
50 x 60 cm

5 von 16     50 x 60 cm

6 von 16    40 x 50

7 von 16   25 x 30

8 von 16    50 x 60


9 von 16       25 x 30


10 von 16      40 x 50

1 von 16
35 x 40


12 von 16
60 x 80

13 von 16
60 x 80

14 von 16
50 x 60

15 von 16
 50 x 60 cm


16 von 16
50 x 60

hors concours

60 x 80 
  
 hors concours
40  x 50 cm 

hors concours 
80 x 100 cm     in Privat-Besitz. 

hors concours
25 x 30

                                                             




LYRIK


Über den Menschen

Der Mensch, es heißt seine edle Natur
Sei's zu forschen, zu wirken und schaffen
Dabei macht er bei näherem Hinsehen nur
Sich wieder und wieder zum Affen.

Kaum dass auf die Nacht er sich hinlegt und ruht
Spürt er schon im Innern ein Sehnen
Doch nicht so sehr nach dem Höheren Gut
Des Guten, des Wahren und Schönen

Seine Fleischeslust ungestillt lässt ihn betrübt
Er schiebt Frust im Bett ganz alleine
Würde gerne mal wieder so richtig geliebt
Kurz, der Mensch will nur immer das Eine . .


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Limericks

408
Gern zu Gange er in ihrem Schoß war
Da sie jung, schön, wenn auch nicht groß war
Die halt dann doch Gescheite
Suchte das Weite
Als er alt und mit ihm nichts mehr los war . .

411
Per Wort ließ an ihr er die Wut raus
Per Mord darauf hin dann ihr Blut raus
Die Tante verblichen
Status ante verglichen
Sähe erst, wenn geschminkt, wieder gut aus . .

414
Wenn es hieße fortan, dass es Brauch wär
Man trüge als Mann keinen Bauch mehr
Perpönt wäre, wer auch
Da glaubte, mit Schmerbauch
Sei er immerhin doch noch auch wer . .


406
Sie wusste nicht, was ihr bevor stand
Als sie sich an einen Tenor band
Der graste alsbald
Den Sopran ab und Alt
Dass sie ihn halt bei sich nicht mehr vorfand . .


412
Oft blutet's bei dem, was der Mut tut
Nichts schlimmer doch, als was die Wut tut
Was immer schon klar war
Und drum leicht erfahrbar
Allein das ist gut, was auch gut tut . .
 
267
Geködert so sehr wie getrieben
Meint er diese Frau nun zu lieben
Doch dann sieht er sie nackt
Und weiß noch vor dem Akt:
Er muss das mit dem Lieben verschieben . . 


280
Sie freute sich sehr, als er rein kam
Jetzt wäre sie nicht mehr so einsam
Doch wenig bedachte
Sie, was er dann machte
S`war der zu erwartende Schweinkram . .



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PER ASPERA

Sonette

X

Leicht geneigt früh-mittaglichem Hauche
Steht erblühend schlank der Gräser Halm
Fernes Dengeln auf der steilen Alm
Beere schwillt in Dolden dort am Strauche.

Summen, dieser Stunde steter Ton
Fleißiger Hummel, wie im Tanz der Mücke
Frucht so jung, dass sie noch keiner pflücke
Doch Begierde regt sich immer schon.

Unterm Berg das Grün der prallen Matten
Zwischen Stein und blumigem Erdreich quillt
Flüsterndes Gemurmel bis zur Seichte

Wo unendlich langsam von den satten
Rindern nach dem Käuen jedes stillt
Seinen Durst an sommerlicher Feuchte.


CCLXXII

Weit überm Wasser und dem Flug der Reiher
Sich Mädchen lächelnd engelgleich erklären
Verträumt und lang noch säumend zu gebären
Berückend ach, selbst im zerschlissenen Schleier.

Schaun lang dem Treideln zu, der brüchigen Fähren
Mit heiterem Sing-Sang, Flötenspiel und Leier
Benommen lugen Jungen vom Gemäuer
Ob jene dort schon ihre Liebsten wären.

Doch bald den Ort des keuschen Tuns umlauernd
Von wo ein jedes Wort sich jauchzend hört
Fort flüstern dunkel sie im Seichten kauernd

Im Durste strenger Enge zu entrinnen
Im Taumel allen Sehnens wie verstört
Im Fordern ihres Leibes fast von Sinnen.  



CCLXXIII

Sie streunen bleich im härenen Gewebe
Verwirrter Zunge die am Wege blieben
Zu suchen meinend Jahre hin im Trüben
Bis sich den immer Irrenden erhöbe

Die sichere Stätte, ihnen und den Lieben
Wo kein Feind mehr Bedrohliches erstrebe
Wo die Gesänge tönten - endlich, lebe!
Bis dann auch diese Träume sich zerrieben.

Gleich Eiferern, die weniger leicht den Frieden
Zu tragen wissen, als den Fluch der Fehde
Im Schwärmen so verbündet wie gemieden

Nach dem doch lechzend, dem sie sich verneinen
Auf steiniger Höhe einer jeden Öde
Ihr neues Hellas wahrzunehmen meinen.


CCXCVI

Entstünde denn, wo vordem müßige Minne
Betrübt nur durch die duftigen Lauben liefe
Wenn heiteres Ziel jetzt zur Entdeckung riefe
Nicht Glück aus Rührung aller jungen Sinne?

Vergessen wäre bald die säumige Suche
Das scheu gespielte Räuspern, seichte Weinen
Ein Lächeln bräche sich nicht Bahn den Reinen
Geheiligt Scheinenden in züchtigem Tuche

Und Engeln gleichenden mit rosigen Wangen
Sich Weitenden schon fraulich um die Hüften?
Die seufzend so Bereiten vor Verlangen

Entflöhen dem Gefängnis ihrer Nöte
Zu sich selbst taumelnd auf in wilden Lüften
Da Stillung ihrer Lust sich endlich böte.
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© 2014 by conrad schierenberg,    
Dachsberg, Südschwarzwald