galerie en passant, Brunnenstraße 24, Berlin
2. - 24. März
Kunstverein Balingen am Kaiserstuhl
Juli
2011 ist der Künstler vom "Salon des Artistes Francais" in Paris, mit einer Silbermédaille geehrt worden
_____________________________ LYRIK 1 Zum Vers geronnen erst das Wort betöre So höre es im Klang der Nonnen-Chöre! Bislang jedoch von jenen keine sang Anstatt zu singen sie am Hang sich sonnen. Versponnen liegen sie dort, säumen bang Erträumen gar sofort am Ort sich Männer Erträumen diese, so wie jede Göre Den Könner, an den gern sie sich verlöre. Der stummen Stuten Wonne wär kein Penner Dann schon ein Mann der guten Sorte, wenn er Vermuten ließe, dass er will - und kann. Das hieße, ihrer keiner mehr alleine wäre Wo just zur Lust den Wonne-Tollen dann Die Nähe einer Männer-Brust gelänge Bis Klänge höben sich wie Sonnen-Chöre . . _______________ 2 Im Park ein Herr auf einer Bank Sitzt da mit Dame, die ist krank Beim Mittagessen hat zu essen Aufzuhören sie vergessen. Gleich dem Herren ist bekümmert Wer da hört wie sehr sie wimmert Schwer am Leib, dem schick verhüllten Leidet, dem jetzt überfüllten. Da befreit mit Würgelauten Der sich jäh des Aufgestauten . . __________________ 3 Gebet Mein Gott, um etwas bitt ich Dich Nimm Dir doch auch mal Zeit für mich Obwohl, bei all der Not und Pein Auf dieser Welt, ist meine klein. Noch viel mehr fordern Dich schon an Schiiten, Sunnis, Taliban In Bagdad und am Hindukusch (Vermächtnis vom unseligen Busch). Im Nahen Osten, Weh und Ach Muslime, Juden, die Fatah Hisbolla, Hamas, Al Qaida Man meint, so schlimm war es noch nie da! Doch scheint's bewahrst Du ruhig Blut Na, dann fass ich auch wieder Mut. _______________ Limericks 4. Zu sparsam die Deutschen. Am Roten Meer Sagte sie darauf hin lose Zoten her (Um mit ihren Reizen Auch sonst nicht zu geizen) Die Saudis, die Rowdis, die boten mehr . . 5. Ein rauer Bauer, ein Bayer Legt an seine Scheuer das Feuer Er tut es aus Wut Denn dort in der Glut sind vom Bauer die Frau und ihr Freier . . 6. Zu flüchtigen Teilen unsterblich Bleibt der Leib doch des Menschen verderblich Er drum manchmal erbost ist Weil sein Los ihm kein Trost ist Bloß ist, dass er sterblich ist, erblich . . 7. Ein Kind will sie, aber so scheint's Mit Heinz, ihrem Mann, kriegt sie keins Trotz Heinzens Gezeter Probiert síe's mit Peter - Und hat kaum ein Jahr später schon eins . . ___________________ ___________ Sonette V Wenn wir nicht so viel söffen, so viel fräßen In unserer Gier nicht, unserem hastigen Raffen So tierisch ähnelten dem haarigen Affen Den Unterschied zu ihm nicht stets vergäßen Um zähnefletschend andere zu verlachen Die in des Schicksals Schlingen sich verrennen Und ohne Rührung vor uns hin zu pennen Anstatt an dieser Welt was gut zu machen. Wenn manchmal an den anderen wir dächten Statt selbst uns zu verwöhnen, faul und eitel Wenn wir, anstatt zu nehmen, mal was brächten Nicht lau gern alles hätten und noch seichter Den Kopf nicht nur beim heiligen Blech und Beutel - Ertrügen wir einander etwas leichter. _______________ CXXX Was wir einst rafften, kam uns selbst abhanden Was wir einst schufen, fraßen Krieg und Glut Was wir noch erbten, war eh Diebesgut Das durch der Brüder Hand ging bald zuschanden. Laut spielten wir der Tugend alte Leier Was wir gelobten war nur Hauch und Schaum So wenig galt das Wort als wie der Traum Aus einem schäbigen Bette flüchtiger Freier. Ein jeder arm und was noch in uns schlief An Gutem, war nur Staub im Eck geblieben Vergessen lang, von keinem mehr bedacht So hat, wenn sich besinnend einer rief Wir sollten doch einander wieder lieben Wer ihn denn hörte, nur verschämt gelacht. _______________ CCLXXII Weit überm Wasser und dem Flug der Reiher Sich Mädchen lächelnd engelgleich erklären Verträumt und lang noch säumend zu gebären Berückend, ach, selbst in zerschlissenem Schleier. Sie schaun dem Treideln zu der brüchigen Fähren Mit heiterem Sing-Sang, Flötenspiel und Leier Benommene Jungen lugen zum Gemäuer Ob jene dort schon ihre Liebsten wären. Doch bald den Ort des keuschen Tuns umlauernd Von Wo ein leichtes Wort sich jauchzend hört Und flüsternd dunkel fort im Seichten kauernd Im Durste strenger Enge zu entrinnen Im Taumel allen Sehnens wie verstört Im Fordern ihres Leibes fast von Sinnen. _______________ C Wär gern die Blüte, schön an einem Tage Die Welle, die sich bricht und nicht mehr ist Ein Schmetterling, der sich im Flug vergisst Will keine Antwort sein, nur eine Frage Will nicht der Hammer sein und nicht das Werk Der Amboss nicht und weniger noch das Feuer Bin ohne Recht, gepresst in bittere Heuer Und wär so gern die Pflanze dort am Berg Ganz ohne Nutzen, die im Wind sich wiegt Und wachsen darf, weil's Vieh sie nicht begehrt Vielleicht sogar die sonnen-warmen Lüfte In welche sie sich traulich neigend schmiegt Der Vogel noch, der sich vom Samen nährt Die Blüte wär ich gern, samt ihrer Düfte. _______________ CCCLIII Es fand die Klippe, einst vulkangeboren Im fahlen Zwielicht fast vergangenen Tags Gewesenes, angeschwemmt nun elend lag's Vergessen schon und seiner selbst verloren. Im hohen Stein schien feiner Bruch zu zittern Vom Sand im Schlafe, schimmernd und so feucht Hob mit dem Dunkeln sich nun Ahnung leicht Von Unheil hinten abwärts wie Gewittern Die noch im Gestern schon im Morgen lauern. Und als die Wasser vordem scheu vom Seichten Zum Schwalle stiegen, nicht mehr um zu trauern Die Klippe suchten, bald den Bruch erreichten Da öffnete sich der, fiel dunklem Bogen Gleich dieser Nacht anheim und ihren Wogen. ________________ __________ |














