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Conrad Schierenberg





Ausstellungen Herbst 2010:

Galerie Mauritius-Hof, CH Bad Zurzach 25.9. - 24.10.   
atelier Laubbach, Ostrach 17.10. - 7.11.


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Malerei


1von 14                                                           25 x 30 cm     € 450.-

2 von 14                                                          35 x 40         € 700.-

3 von 14                                                                25 x 30   € 450.-                                     

4 von 14                                                         80 x 100 cm  € 2500.- 

5 von 14                                                            50 x 60 cm   € 950.-

6 von 14                                                                35 x 40 €  700.-

7 von 14                                                                             verk.

8 von 14                                                                 35 x 40  € 700.-


9 von 14                                                             25 x 30 cm  € 450.-                                                                   

10  von 14                                                        50 x 60 cm   €  900.-

11 von 14                                                              40 x 50  €  800.-                                           

12 von 14                                               Sammlung Nüsslein-Volhard                                   

13  von 14                                                       40 x 500 cm  € 800.-

14 von 14                                                             25 x 30    €  450.-

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Lyrik


1
Wenn ewiger Ruhm sich mir böte
Mich enthöbe der täglichen Nöte
Ich tauschte mein Sein 
Gegen Schillers nicht ein
Noch gegen das des großen Goethe . .


2
Ohne Reue legt ein treuer Bayer  
An seine Scheuer das Feuer
Er tut es aus Wut
Denn dort in der Glut
Sind vom Bayer die Frau und ihr Freier . . 


3
Von den Nachbarn mit Argwohn belauert
Müht Deutschland sich redlich und trauert
Will vom schändlichen Bösen
Endlich sich lösen
Verständlich - doch so was dauert . .


4
Ein Herr aus gehobenen Kreisen
Will plötzlich nach Liechtenstein reisen
Doch schlägt aus Verdacht
Noch zur selbigen Nacht
Die Macht des Staats ihn in Eisen . . 


5
Zwei soffen in einer Kellerbar
Sich voll, bis es schon wieder heller war
Da ging einer von die-
sen still in die Knie
Aus dem Grunde wohl, dass er völler war . . 


6
Ein Krokodil biss in die Waden
Am Nil den Markgraf von Baden
Jedoch das blaue Blut
Tat dem Tier gar nicht gut
Hier fragt sich: Wer hatte den Schaden!?


7
Eine reifere Dame aus Hessen
Lebt allein für's Saufen und Fressen
Dabei gibt es noch Sachen
Die glücklicher Machen
Irgendwie hat sie die doch vergessen . .


8
Eine Dame hält sich aus Bernau
In ihrem Boudoir eine Sau
Sagt, gefragt nach Hygiene
"Das ist ja das Schöne
Sie nimmt's damit nicht so genau . . "


9
Eine Kannibalin aus Essen
War auf einen Mann wie versessen
Als sie den dann besaß
Er ihr vor-sang und -las
Hat sie ihn zu essen vergessen . .


10
Scheinbar selbstlos ein Fräulein aus Emden
Schenkt gern sich und oft allen Fremden
Doch zumeist nach dem Akt
Bleiben jene halb nackt
Denn das Fräulein behält ihre Hemden . .


11
Keinen Rheinwein soff mehr ein Eber
Mochte der es doch schärfer und gröber
Die unzähligen Kurzen
Doch ließen ihn furzen
Und schlugen sich ihm auf die Leber . .


12
'Ne nach Höherem strebende Dirne
Tut sich Byron und Benn in die Birne
Sie sagt, willst du da Klarheit
Barsch dir die Wahrheit
"Statt im Arsch hab ich's gern auch im Hirne . ." 

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13
Im Park ein Herr auf einer Bank
Sitzt da mit Dame, die ist krank.
Beim Mittagessen hat zu essen
Aufzuhören sie vergessen.

Gleich dem Herren ist bekümmert 
Wer da hört, wie sehr sie wimmert
Schwer am Leib, dem chique verhüllten
Leidet, dem jetzt überfüllten.

Da befreit mit Würgelauten
Der sich jäh des Aufgestauten.
 
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14
Es singt Lucia Lammermoor
Uns endlos ihren Jammer vor
Tut sie das gar auf koreanisch
Dann klingt es ganz besonders manisch
Und wird am Ende sie verrückt
Erst, ist die Oper ganz geglückt.

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15
Fern ab in einem Schwellenland
Charmant auf einem hellen Strand
 Sie sich mit einer schnellen Hand
Jung, stark, viril am Wellenrand
Zwecks Sex einen Gesellen fand.

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16
Es war Verlangen, das mich trieb
Zu einem Weibe, schön und lieb
Dann kam die Kunst mir in die Quere
Die Gier nach Geld, nach Ruhm und Ehre.

Dann kam der Wein, mit dem ich übte
Den Umgang, bis der Blick sich trübte
Derweil ich Abende und Nächte
Mit manchem falschen Freund verzechte.

Gehör allmählich zu den Alten
Verspür wie Sturm und Drang erkalten
Auf's Leben einst wie wild versessen

Hab ich zu leben fast vergessen
Sich zwischenzeitlich auch verlor
Das Weib, dem einst ich Liebe schwor.

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17

Gebet I
Ich bitte, Gott, wenn es Dich gibt
Erhörend den zwar, der Dich liebt
Kannst Du nicht zeitgleich mal die Bösen
Von allem Übel auch erlösen?

Sind sie nun gläubig oder nicht
Es ist schlussendlich Deine Pflicht
Aus Liebe Dich um sie zu kümmern
Ob sie nun fluchen oder wimmern.

Bei soviel Elend, mach nur zu
Es fragt sich, wer denn, wenn nicht Du!?
Die Schöpfung schließlich, sie ist Dein

Jetzt lass uns damit nicht allein.
Doch gibt's Dich nicht - mein Lieber Mann
Dann heißt es: Rette sich wer kann!

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18
Ich schwimm im Meer, ein Barracuda
Meint, Mensch, sag mal, was machst denn Du da!?
Ich meinerseits bin hier am Fischen
Versuchst du etwa mit zu mischen?

Die Trümmer deiner Zähne zeigen
Wie längst sich deine Kräfte neigen
Auch Haar und Ohren taugen kaum
Als Waffen hier in diesem Raum.

Du scheinst mir im Gebrauch der Glieder
Ein Krieger zwar, doch ein recht müder
Hier hat von uns zwei Carnivoren

Der eine sicher nichts verloren
Käm's nun zum Streit, glaub mir, ich siege
Drum rate ich dir: Mach die Fliege!

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19

Gebet II

Mein Gott, um etwas bitt ich Dich
Nimm Dir doch auch mal Zeit für mich
Obwohl, bei all der Not und Pein
Auf dieser Welt, ist meine klein.

Noch viel mehr fordern Dich schon an
Schiiten, Sunnis, Taliban
In Bagdad und am Hindukusch
(Vermächtnis vom unseligen Busch).

Im Nahen Osten, Weh und Ach
Muslime, Juden, die Fatah
Hisbolla, Hamas, Al Qaida

Mein Gott, so schlimm war's wohl noch nie da!
Doch scheint's bewahrst Du ruhig Blut
Na, dann fass ich auch wieder Mut.

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Sonette


V
Wenn wir nicht so viel söffen, so viel fräßen
In unserer Gier nicht, unserem hastigen Raffen
So tierisch ähnelten dem haarigen Affen
Den Unterschied zu ihm nicht stets vergäßen

Um zähnefletschend andere zu verlachen
Die in des Schicksals Schlingen sich verrennen
Und ohne Rührung vor uns hin zu pennen
Anstatt an dieser Welt was gut zu machen.

Wenn manchmal an den anderen wir dächten
Statt selbst uns zu verwöhnen, faul und eitel
Wenn wir, anstatt  zu nehmen, mal was brächten

Nicht lau gern alles hätten und noch seichter
Den Kopf nicht nur beim heiligen Blech und Beutel
- Ertrügen wir einander etwas leichter.

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CXXX
Was wir einst rafften, kam uns selbst abhanden
Was wir einst schufen, fraßen Krieg und Glut
Was wir noch erbten, war eh Diebesgut
Das durch der Brüder Hand ging bald zuschanden.

Laut spielten wir der Tugend alte Leier
Was wir gelobten war nur Hauch und Schaum
So wenig galt das Wort als wie der Traum
Aus einem schäbigen Bette flüchtiger Freier.

Ein  jeder arm und was noch in uns schlief
An Gutem, war nur Staub im Eck geblieben
Vergessen lang, von keinem mehr bedacht

So hat, wenn sich besinnend einer rief
Wir sollten doch einander wieder lieben
Wer ihn denn hörte, nur verschämt gelacht.

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CCLXXII
Weit überm Wasser und dem Flug der Reiher
Sich Mädchen lächelnd engelgleich erklären
Verträumt und lang noch säumend zu gebären
Berückend, ach, selbst in zerschlissenem Schleier.

Sie schaun dem Treideln zu der brüchigen Fähren
Mit heiterem Sing-Sang, Flötenspiel und Leier
Benommene Jungen lugen zum Gemäuer
Ob jene dort schon ihre Liebsten wären.

Doch bald den Ort des keuschen Tuns umlauernd
Von Wo ein leichtes Wort sich jauchzend hört
Und flüsternd dunkel fort im Seichten kauernd

Im Durste strenger Enge zu entrinnen
Im Taumel allen Sehnens wie verstört
Im Fordern ihres Leibes fast von Sinnen.

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C
Wär gern die Blüte, schön an einem Tage
Die Welle, die sich bricht und nicht mehr ist
Ein Schmetterling, der sich im Flug vergisst
Will keine Antwort sein, nur eine Frage

Will nicht der Hammer sein und nicht das Werk
Der Amboss nicht und weniger noch das Feuer
Bin ohne Recht, gepresst in bittere Heuer
Und wär so gern die Pflanze dort am Berg

Ganz ohne Nutzen, die im Wind sich wiegt
Und wachsen darf, weil's Vieh sie nicht begehrt
Vielleicht sogar die sonnen-warmen Lüfte

In welche sie sich traulich neigend schmiegt
Der Vogel noch, der sich vom Samen nährt
Die Blüte wär ich gern, samt ihrer Düfte.

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CCCLIII
Es fand die Klippe, einst vulkangeboren
Im fahlen Zwielicht fast vergangenen Tags
Gewesenes, angeschwemmt nun elend lag's
Vergessen schon und seiner selbst verloren.

Im hohen Stein schien feiner Bruch zu zittern
Vom Sand im Schlafe, schimmernd und so feucht
Hob mit dem Dunkeln sich nun Ahnung leicht
Von Unheil hinten abwärts wie Gewittern

Die noch im Gestern schon im Morgen lauern.
Und als die Wasser vordem scheu vom Seichten
Zum Schwalle stiegen, nicht mehr um zu trauern

Die Klippe suchten, bald den Bruch erreichten
Da öffnete sich der, fiel dunklem Bogen
Gleich dieser Nacht anheim und ihren Wogen.

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